Server- und Storage-Kapazitäten im Check – was jetzt wichtig ist

25. März 2020

Ein Kraftakt liegt hinter den meisten IT-Verantwortlichen, die in den letzten Wochen alles dafür getan haben, möglichst vielen Mitarbeitern das Arbeiten von Zuhause aus zu ermöglichen. Ist jetzt endlich Zeit zum Durchatmen? Nicht ganz. Damit es in den kommenden Wochen nicht zu Engpässen oder gar Ausfällen kommt, sollten Sie jetzt die Kapazitäten Ihrer Server- und Storage-Systeme überprüfen.

Die richtige Strategie

Sie haben die nötigen Endgeräte zur Verfügung gestellt, die passenden Applikationen für die Teamarbeit aufgespielt und die Mitarbeiter im Homeoffice sicher ans Rechenzentrum angebunden. Damit ist ein entscheidender Schritt geschafft. Doch durch zahlreiche parallele Zugriffe von extern oder zusätzliche lokale Datenmengen, wie sie durch diese neue Form der Zusammenarbeit entstehen, kann Ihr System schnell an seine Kapazitätsgrenzen kommen. Deshalb sollten Sie Ihr Rechenzentrum zeitnah einer realistischen Analyse unterziehen – einfach nur blind Kapazitäten zu erweitern, ist keine gute Lösung. Bestehende, teilweise ältere Systeme ohne fundierte Bedarfsschätzung aufzustocken, gefährdet unter Umständen ihre Stabilität und Verfügbarkeit. Und manchmal genügen bereits banale Maßnahmen, die keinen Cent kosten, um das gesamte System fit für die künftigen Anforderungen zu machen. Um die richtige Strategie einzuschlagen, empfehlen wir Ihnen drei Schritte: Erkennen Sie Ihren Bedarf, optimieren Sie Ihre Kapazitäten und sichern Sie die Verfügbarkeit Ihrer Daten.

Server Storage
Server Storage
Matthias Schneider

Matthias Schneider
Tel: +49 7031 9859 243
Mail: Matthias.Schneider@mcl.de



Jona Ruhland

Jona Ruhland
Tel:+49 9421 75592 406
Mail: Jona.Ruhland@mcl.de

Bedarf erkennen

Die meisten Server- und Speichersysteme enthalten bereits Monitoring-Mechanismen, die aber nur selten installiert oder genutzt werden. Doch gerade jetzt sind integrierte Bordmittel wie beispielsweise ILO von HP Enterprise für Server hilfreich, um CPU-Auslastung, RAM, Speicherplatz, Datendurchsatz und andere Parameter im Blick zu behalten. Gleiches gilt für das Storage. Neuere Systeme rechnen sogar den erwarteten Platzbedarf für die Zukunft hoch und warnen frühzeitig vor Erreichen der Kapazitätsgrenze. Diese basiert allerdings auf historischen Werten und spiegelt nicht unbedingt die aktuelle Situation wider. Prüfen Sie deshalb das System in jedem Fall mindestens einmal täglich, um selbst auf unvorhergesehene sprunghafte Anstiege reagieren zu können. Sollten Sie noch kein übergeordnetes Monitoring-System (Single Pain of Glass) im Einsatz haben, ist es spätestens jetzt Zeit, darüber nachzudenken. Zusätzliche parallele Zugriffe von außen können auch zu einer höheren Belastung des primären Storage führen. Mehr User arbeiten parallel auf Datenbanken oder steuern mehr virtuelle Desktops gleichzeitig an. Damit steigen die Anforderungen an die Performance Ihrer Storage-Lösung in Form von mehr IOPS und schnelleren Antwortzeiten bzw. geringerer Latenz. Wer auf Terminal-Server bzw. VDI-Lösungen setzt, sollte die Anzahl der Sessions im Auge behalten. Je mehr User parallel aktiv sind, desto mehr Compute-Leistung wird benötigt. Ein Upgrade oder die Erweiterung der Serverlandschaft zur Sicherstellung von Skalierbarkeit bzw. Verfügbarkeit lässt sich dann vermutlich nicht vermeiden, um der Menge paralleler Zugriffe gerecht zu werden.

Kapazitäten optimieren

Verstecken sich möglicherweise Speicherfresser oder rechenintensive Prozesse in Ihrem System, die aktuell keine hohe Priorität haben oder ganz überflüssig sind? Nutzen Ihre Mitarbeiter das Home-Laufwerk oder die mit dem Server gespiegelten „eigenen Dateien“ ausschließlich für Geschäftsdaten? Denn gerade jetzt sollte die persönliche MP3-Sammlung nicht den teuren Speicher im Rechenzentrum belegen. Machen Sie also ein Voll-Backup und fordern Sie dann die Mitarbeiter zum Frühjahrsputz ihrer Datenablage auf. Denn im normalen Tagesgeschäft kommt das Aufräumen meist zu kurz, überholte Dokumente geraten in Vergessenheit und verbrauchen wertvollen Platz. Verfügt Ihr Storage über Datenreduzierungsmechanismen wie „DeDuplication“ oder „Compression“, lassen sich auch damit sehr schnell große Kapazitäten freimachen.

Unser Tipp: Konsultieren Sie einen spezialisierten Partner, bevor Sie solche Features erstmalig aktivieren, um mögliche Datenverluste zu vermeiden.

Auch durch Sichten und Sortieren Ihrer Virtualisierungsplattfom lässt sich in der Regel Kapazität zurückgewinnen. Zum Beispiel durch Entfernen ungenutzter virtueller Maschinen oder zu gut gemeinter virtueller Diskgrößen, die aus Sicherheitsaspekten oder Kapazitätsüberschüssen resultieren könnten. Weiteren Speicherplatz erhalten Sie durch die Konvertierung „alter“ fest zugewiesener virtueller Disks in sogenannte Thin-provisioned Disks. Wir empfehlen, Altlasten und wenig genutzte Applikationen gegebenenfalls auf kleinere oder lokale Storage-Umgebungen zu migrieren, um den High-Performern mehr Speed zu geben. Falls Sie über ein entsprechendes Storage mit QoS (Quality of Service) verfügen, lassen sich darüber sehr komfortabel bestimmte Workloads limitieren, andere durch eine Performance-Garantie hochstufen. Durch die gestiegene Anzahl an Homeoffice-Arbeitsplätzen steigen möglicherweise auch die lokalen Datenmengen einzelner User, die es wiederum schnellstmöglich zentral zu synchronisieren gilt. Für eine rasche, sichere Datenverteilung und Vorhaltung eignen sich sogenannte Object-Storage-Lösungen wie beispielsweise Qumolo.

Verfügbarkeit sichern

Über zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen, die aktuell für Ihr Rechenzentrum relevant sind, haben wir bereits in den vorherigen Blogbeiträgen informiert. Doch Sie können noch mehr tun, um sich auf mögliche Angriffe oder Datenausfälle vorzubereiten. Gegen erfolgte Ransomware oder Krypto-Angriffe beispielsweise hilft nur ein sauberes Backup, das in diesem Fall schnell und verlässlich zurückgespielt werden muss. Achten Sie deshalb bei Ihrem Konzept nicht nur auf Backup-Features, sondern – viel entscheidender – auf Restore-Features. Innerhalb Ihrer Backup-Kette sollte es außerdem verschiedene Stufen geben, die mindestens einen Protokoll- und/oder Betriebssystembruch abbilden. Setzen Sie bei Veeam-Backup-Lösungen entweder einen Linux-basierten Storage-Server ein oder greifen Sie auf komplett andere Protokollmechanismen zurück, wie etwa HPE StoreOnce Appliances. Das altbewährte Bandlaufwerk stellt als Medienbruch immer noch einen sehr guten Schutz dar, ist allerdings für Restore-Tätigkeiten nur sehr langsam. Eine weitere Alternative sind sogenannte Cloud-Backups. Damit legen Sie Ihre verschlüsselten Backups in einem entfernten, sicheren Rechenzentrum ab und können zusätzliche Desaster-Recovery-Lösungen realisieren.

Lösungen für mehr Kapazität

Aus zahlreichen Projekten mit stark wachsenden Kunden wissen wir, worauf es beim Aufstocken von Server- und Storage-Systemen ankommt. Wir können Sie nicht nur zielführend beraten, sondern darüber hinaus auch schnell beliefern. Zum Beispiel mit attraktiven, hochperformanten Lösungen, die sich in Ihr bestehendes System integrieren lassen.

Tiefer einsteigen

Was Sie als IT-Verantwortlicher jetzt alles beachten müssen, welche Maßnahmen es von der Soforthilfe bis hin zur langfristigen Planung gibt, lesen Sie in unseren regelmäßigen Blogbeiträgen oder im für Sie zusammengestellten Handbuch.

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Matthias Schneider

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Mail: Matthias.Schneider@mcl.de

Jona Ruhland

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